Schuhe
Schuhversorgung bei Diabetikern
Fußläsionen bei Diabetikern werden in bis zu 50 Prozent durch nicht geeignetes Schuhwerk verursacht. Die Versorgung mit orthopädischem Schuhwerk ist daher bei sog. Hochrisiko-Patienten mit ausgeprägter Neuropathie und/oder Angiopathie auch dann notwendig, wenn bisher noch keine besonderen Fußdeformitäten aufgetreten sind. Soweit keine besonderen Fußdeformitäten bestehen, können hierzu industriell gefertigte Spezialschuhe verwendet werden, die gegebenenfalls mit einer individuellen Zurichtung (z.B. Fußbettung) durch den Orthopädie-Schuhmacher ergänzt werden können.
Die erfolgreiche Verhinderung diabetischer Fußläsionen konnte in klinischen Studien für einige dieser Spezialschuhe bereits nachgewiesen werden.
Schwerpunkt der Versorgung mit orthopädischen Maßschuhen ist derzeit die Rezidivprophylaxe nach abgeheilter Fußläsion. Beim diabetischen Fuß sind weich gepolsterte (gegebenenfalls angepasste) Fußbettungen erforderlich, um die enorm hohen Druckbelastungen, insbesondere im Vorderfußbereich, auffangen und verteilen zu können.
Fußbettungen müssen regelmäßig auf ihre Funktionalität überprüft werden, da die Rückstellkraft der Bettung mit der Zeit nachlässt und insbesondere bei der diabetischen Osteoarthropathie Änderungen der Fußstatik eintreten können. Durch geeignete Abrollsohlen können Druckbelastung und Scherkräfte zusätzlich verringert werden.
Beim Oberleder ist darauf zu achten, dass es weich ist und keine innen liegenden Nähte hat, damit es nicht zu neuen Druckläsionen kommt; aus diesem Grund werden häufig keine Vorderkappen verwendet.
Im Allgemeinen werden orthopädische Maßschuhe zur Rezidivprophylaxe erst bei Abheilung der Läsion - oder kurz vorher - verschrieben. Patienten haben Anspruch auf eine Erstausstattung mit 2 Paar orthopädischen Straßenschuhen und einem Paar Hausschuhe. Allerdings sollte immer erst ein Paar angefertigt und am Patienten überprüft werden - einerseits um zu gewährleisten, dass die Schuhe korrekt angefertigt wurden und andererseits um sicherzustellen, dass der Patient sie trägt.









